Naked Cakes

Kleider machen Leute. Aber gilt das auch für Kuchen? Im sonnigen Kalifornien entblättern die Bäcker gerade ihre Torten. Naked Cakes, also nackte Kuchen, sind der Trend des Jahres.

Seit Jahrhunderten verzieren Konditoren ihre Torten mit aufwendigen Fondant-Kleidern: schneeweiße Hochzeitstorten mit essbaren Perlen oder knallbunte Geburtstagskuchen mit mächtigen Marzipanblumen. Hauptsache opulent. Fondant ist aber nicht jedermanns Sache. Die Glasur ist sehr süß, teilweise klebrig oder nach einiger Zeit leider viel zu trocken. Darum wundert es kaum, dass die jungen, coolen Stars am Backhimmel auf Fondant allzu gern verzichten. Stattdessen backen sie nun Naked Cakes. Ein Trend, nach dem ganz Los Angeles verrückt ist. Denn diese puren Torten sehen nicht nur toll aus, sondern machen auch auf der Kuchengabel eine ganz hervorragende Figur.

Bye-bye, Fondant

Ein Naked Cake ist eine ganz normale Torte, die aber ohne Glasur serviert wird. Man verwendet dafür Biskuitboden, der mit einer Füllung, beispielsweise Buttercreme, bestrichen und ganz traditionell übereinandergestapelt wird. Da der Fondant fehlt, hat man freien Blick auf den Boden und die Füllung. Deswegen wirken die Naked Cakes natürlicher und rustikaler – und vor allem weniger durchgestylt. Zur Dekoration verwendet man darum passenderweise echte Blüten oder Früchte. Besonders schön sieht ein Naked Cake mit gefrosteten Beeren aus. So entstehen durchaus sehr hübsche Ensembles. Stapelt man mehrere Naked Cakes übereinander machen sie sich sehr gut als alternative Hochzeitstorte.

Nackt gut aussehen

Naked Cakes sehen so schlicht und schön aus, dass man sie gleich nachmachen möchte. Das ist kein Hexenwerk. Allerdings muss man bei dem Bestreichen und Schichten der Torte viel genauer arbeiten, als bei einer klassischen Torte. Denn unter Fondant lassen sich Unebenheiten galant verstecken. Ein Naked Cake muss aber auch nackt gut aussehen. Wichtig ist daher, dass ihr die Böden sehr gerade schneidet. Ein Trick: Messt die gewünschte Höhe des Bodens mit einem Lineal ab und markiert sie ringsum mit vier Zahnstochern. Schneidet den Boden dann direkt unterhalb der Zahnstocher.

Auch die Füllung muss ebenmäßig aufgetragen werden. Damit die Creme später nicht herausquillt, lasst etwa einen Zentimeter Platz zum Rand. Legt dann den nächsten Boden darauf und füllt die Lücke mit Creme aus einem Spritzbeutel. Dann muss euer Naked Cake nur noch mit Blumen oder Früchten dekoriert werden. Etwas Puderzucker ist übrigens auch erlaubt. 

Tipp:

Die Erfinderin der Naked Cakes ist Christina Tosi, Chef-Konditorin und Mitinhaberin der Momofuku Milk Bar. Sie hat zwei tolle Koch- und Backbücher herausgebraucht, von denen man sich immer wieder inspirieren lassen kann.

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