Backen nach Jahreszeiten

Erdbeeren im Februar? Tomaten im Dezember? Alles kein Problem mehr – dank Treibhaus und Globalisierung. Für einen Kuchen oder eine Gemüsequiche ist das eigentlich nicht nötig. Denn wer mit den Jahreszeiten backt, spart nicht nur Geld, sondern holt aus Mutter Natur das Beste heraus.

Dass es Kohl im Winter gibt, weiß vermutlich jeder. Aber wie sieht es mit Quitten aus, Walnüssen oder Rhabarber? Längst füllen Obst und Gemüse jeglicher Couleur die Supermarktregale zu jeder Jahreszeit. Alles ist immer verfügbar und über die Saison denkt man kaum noch nach. Dafür zahlen wir jedoch einen Preis: Nicht nur rein wörtlich gesehen, denn Saisonfrüchte sind meistens billiger, außer es hat wetterbedingt eine sehr schlechte Ernte gegeben, aber auch die Natur und der Geschmack bleiben auf der Strecke.

Nichts geht über frische Früchte

Obst und Gemüse, das außerhalb seiner eigentlichen Saison in unseren Backöfen landet, ist entweder eingeflogen, und belastet damit enorm unsere Umwelt, oder es ist aus dem Treibhaus. Wer schon mal im Winter in eine Tomate gebissen hat, weiß, dass außer Wasser nicht viel Geschmack drin ist. Das gilt im wahrsten Sinne des Wortes, denn in Gewächshäusern wird unter Hochdruck gearbeitet. Darunter leidet die Qualität. Saisonale Produkte enthalten oft mehr Vitamine und andere wertvolle Inhaltstoffe.

Wintertomaten sind einfach kein Vergleich zu den knallroten, sonnenverwöhnten Promodori, die im Sommer italienischen Flair versprühen. Und kann eine Mango, die um die halbe Welt gejettet ist, wirklich mit frischen, saftigen Zwetschgen mithalten? Wir finden, dass man den Unterschied schmeckt. Darum bekommt Ihr hier von uns eine kleine Erinnerung, welche Früchte sich zu welcher Jahreszeit lohnen.

Backen im Frühling

Gute Nachrichten: Ab April geht es schon mit dem ersten Obst los. Den Anfang macht der Rhabarber und im Mai folgen schon die ersten Brombeeren. Wie wäre es zur Überbrückung außerdem mit einem Schokoladenkuchen mit Rote Beete? Auch Spinat und Spargel haben Saison. Es ist daher an der Zeit für leckere, frische Gemüsequiches.

Backen im Sommer

Ab Juni könnt ihr aus dem Vollen schöpfen: Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und viele andere Früchte warten sonnengereift auf ein neues Zuhause. Und nicht zu vergessen:

Blaubeeren, Erdbeeren und Himbeeren schmecken im Sommer besonders lecker. Wassermelonen sind zum Ende des Sommers hin am aromatischsten.

Backen im Herbst

Keine Sorge, die Tage werden zwar kürzer, aber der Herbst ist eigentlich die beste Jahreszeit für alle Backfans. Viele Sommerfrüchte sind noch bis in den September hinein zu haben. Dazu gesellen sich Pflaumen, Mirabellen und Weintrauben. Und verpasst den Holler nicht! Die beste Zeit für Holunderbeeren ist von September bis Oktober.

Backen im Winter

Ja, das geht! Denn Äpfel und Birnen, die ab dem Sommer reif sind, kann man im Grunde den gesamten Winter über lagern und verzehren. Ein Apfelkuchen im November ist dann ein willkommener Gruß aus vergangenen Sommertagen. Auch Quitten gibt es noch bis in den November hinein. Der Winter ist außerdem die Zeit für kreatives Backen: Bei einem saftigen Möhrenkuchen, Apfel-Ingwer-Törtchen oder Kastanien-Schokoladen-Torte vermisst man die sommerliche Vielfalt doch gar nicht.
 

Tipp:

Wenn Saison-Obst besonders günstig ist, greift ruhig etwas großzügiger zu. Alles, was nicht in den Backofen kommt, verwandelt ihr einfach in Konfitüre: Obst pürieren und das Püree durch ein Sieb ziehen. Die Fruchtmasse anschließend mit Gelierzucker mischen und in ein gut verschlossenes Glas geben. Im Kühlschrank hält sich diese Ruckzuck-Marmelade etwa zwei Wochen lang. Schmeckt sehr lecker auf selbst gebackenem Zopf!

 

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