Faschingszeit – Schlemmen aus Tradition

An den „Tollen Tagen“ wird fröhlich und ausgelassen gefeiert. Bis zum Aschermittwoch darf es gerade dann mit gutem Gewissen heißen: Tschüss Kalorientabelle und hallo süße Mutzen, Krapfen und Berliner. Das leckere Gebäck gehört zum Fasching wie die Pappnase zum Clownskostüm und Kamelle zum Karnevalszug. Der Brauch, an Weiberfastnacht Schmalz- und Fettgebäck zuzubereiten, geht bis ins Mittelalter zurück. Am sogenannten „fetten Donnerstag“ wurde das letzte Mal vor Beginn der Fastenzeit geschlachtet. Das Fett wurde unter anderem für die Zubereitung von Gebäck genutzt. Ein dreifaches Alaaf und Helau auf die traditionelle Schlemmerzeit!

Mehr ist mehr – Krapfen & Co in allen Variationen
Für Krapfen, Berliner und Mutzenmandeln gibt es beinahe so viele regional unterschiedliche Bezeichnungen wie Variationen und Herkunfts-Legenden. Der Krapfen wird traditionell aus süßem Hefeteig hergestellt, rheinische Krapfen auch aus Brandteig und Rosinen. Hier werden sie auch nicht gefüllt, sondern nur in Zucker gewälzt. Fränkische Krapfen wiederum sind für Rheinländer wie ein Berliner Pfannkuchen, nur dass sie anders als letzterer mit Hagebuttenmark statt Erdbeer- oder Marillenmarmelade gefüllt werden. Mutzenmandeln sind ein Schmalzgebäck in Mandelform, das aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Backpulver hergestellt wird. Je nach Region kommen noch Marzipan, Mandeln, Likör oder Rum hinzu. Das Gebäck wird in heißem Fett goldbraun gebacken und anschließend mit Puderzucker bestreut. Die rheinischen Mutzen nennen viele auch Mutzenmandeln, obwohl es sich um zwei verschiedene Gebäcksorten handelt. Mutzen bestehen aus Mehl, Eiern, Zucker und Aromen. Dünn ausgerollt werden sie in Rauten geschnitten, im heißen Öl goldgelb ausgebacken und ebenfalls mit Puderzucker bestreut.

„Ich bin ein Berliner“ – ein Pfannkuchen erobert die Welt
Faustgroß, aus Hefeteig, in Fett ausgebacken mit einer süßen Füllung meist aus Marmelade, mit Zuckerguss überzogen oder Puderzucker bestreut – das sind Berliner Pfannkuchen oder, wie vielerorts abgekürzt, Berliner. In der Hauptstadt werden sie genau andersrum abgekürzt, also Pfannkuchen genannt. Hessen und Schlesien kennen die Leckerbissen auch unter dem Namen „Kräppel.“ In Frankreich heißen sie „Boule de Berlin“ und in England „Jelly Doughnut“: Die Bayern nennen sie Krapfen, die Tiroler Faschingskrapfen und viele im Westen Deutschlands umgangssprachlich auch „Puffel“. Der Legende nach wurden sie 1756 von einem Berliner erfunden, der sich unter Friedrich dem Großen als wehruntauglich erwies, aber als Zuckerbäcker im Regiment bleiben durfte. Inspiriert von der Form der Kanonenkugeln, erschuf er die Berliner, die er über offenem Feuer in mit heißem Fett gefüllten Pfannen buk.

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Backtipp: In Berlinern steckt meistens Konfitüre. Eine Füllung aus z.B. Pflaumenmus, Schokocreme, Eierlikör, Aprikosen oder Marzipan sorgt für süße Abwechslung. Eine
scherzhafte (Un-)Sitte ist die Füllung mit Senf oder Zwiebeln.

 

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