Sommerzeit – Erntezeit

Im Frühjahr finden die Pflanzen Zeit zum Wachsen, ab dem Frühsommer bis in den Herbst hinein wird geerntet. Bei Backen sind wir in besonderem Maße von den Naturprodukten abhängig, die hier entstehen – beim Mehl ebenso wie beim Tortenbelag.

Zeit für die Getreideernte

Wann der optimale Zeitpunkt für die Getreideernte ist, hängt sehr stark vom Wetter ab. Der warme, trockene Sommer 2018 hat zu einer verkürzten Wachstumsperiode beim Getreide geführt, sodass die Ernte in diesem Jahr etwa drei Wochen früher als üblich begonnen hat. Um mit dem Mähdrescher geerntet werden zu können, sollte das Getreide das Wachstumsstadium der so genannten Totreife erreicht haben. Durch den gesunkenen Wassergehalt lässt sich das Korn mit dem Fingernagel nicht mehr eindrücken, ist also widerstandsfähiger.


Bei der Getreideernte steht häufig nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung, um Schäden durch aufziehende sommerliche Unwetter zu vermeiden. Auch die Notreife bei langer Trockenheit kann eine vorzeitige Ernte erforderlich machen. Hier verhärtet sich das noch nicht reife Getreidekorn.
Die Landwirte sind mit ihren Mähdreschern an heißen Sommertagen häufig bis in die Nacht im Einsatz, bis die komplette Ernte eingebracht ist.

Das Mehl, das Ihr im Supermarkt kaufen könnt, ist trotz fester Erntezeitpunkte kein saisonales Produkt. Das liegt daran, dass die Getreidekörner zum Teil über Monate in Silos gelagert und erst zu einem späteren Zeitpunkt vermahlen werden. Ohnehin werden unterschiedliche Qualitäten miteinander kombiniert, um ein Mehl mit den erwünschten Backeigenschaften zu schaffen.

Den genauen Weg vom Getreidefeld bis in den Supermarkt oder zur Bäckerei stellen wir im Artikel Vom Feld bis zur Küche: Wie kommt eigentlich das Mehl in Euer Backwerk? vor.


Frische Früchte für Kuchen und Torten

Warum wir gerne saisonal backen? Natürlich deshalb, weil wir frisches Obst lieben – am besten direkt aus der Region oder sogar vom Erzeuger. Oder aus unserem eigenen Garten. So schmeckt es uns am besten und lange Transportwege entfallen.

Zum Glück werden nicht alle Früchte gleichzeitig reif. So haben wir genug Zeit, um verschiedene Backrezepte mit Früchten auszuprobieren, und über das Jahr gesehen viel Abwechslung in der Backstube.

Besitzer von Obstbäumen und Sträuchern im eigenen Garten kennen das Dilemma: Für den direkten, eigenen Verbrauch ist die Ausbeute in der Regel viel zu groß. Um nichts zu verschwenden, bietet sich das Einmachen von Obst an. Und nicht zuletzt freuen sich Freunde und Nachbarn über einen Teil der Ernte – vielleicht kann man sogar tauschen?

 

Welches Obst zum Backen wird wann geerntet?

Im Sommer ist die Saison für Rhabarber und auch für frische Erdbeeren schon wieder vorbei. Der ideale Zeitpunkt für einen Rhabarber-Erdbeer-Kuchen ist der Mai. Im Juni kommen zahlreiche Beerenfrüchte wie Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren dazu Auch süße und saure Kirschen können wir in diesem Monat direkt vom Baum pflücken,. Im Juli werden Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen so langsam reif. Ab August beginnt die Saison für Apfelkuchen mit frischen Äpfeln, die sich über mehrere Monate bis in den frühen Winter hinzieht. Auch Birnen können nun geerntet werden, in den Herbstmonaten kommen Quitten hinzu.


Zeit für Gemüse

Auch herzhafte Genüsse backen wir gerne nach Saison. Eine unserer Lieblingszutaten ist dabei der Kürbis. Der meist verwendete Hokkaido-Kürbis wird zwischen September und November geerntet und ist lange lagerfähig. Bei früher Aussaat und guter Witterung kann die Ernte zum Teil schon ab Ende Juli erfolgen. Zu eilig haben sollte man es aber nicht: Der Kürbis sollte zum Erntezeitpunkt schon vollreif sein. Notfalls ist das Nachreifen an einem trockenen und warmen Platz möglich.
Kürbis-Quiche oder einen Kürbiskuchen für die ersten Herbsttage können wir nur empfehlen.

Der beste Erntezeitpunkt für Karotten hängt von der Sorte ab. Ab Mai ist das Ernten der ersten Bundmöhren möglich. Sie schmecken auch roh besonders gut. Die im Sommer und Herbst geernteten Möhren werden dicker, sind weniger empfindlich und eignen sich auch gut zur Lagerung. Dadurch stehen Karotten aus Deutschland fast das ganze Jahr über zur Verfügung. Aus dem orangefarbenen Wurzelgemüse lassen sich leckere und gesunde Genüsse wie Möhren-Küchlein, Karottenkuchen oder kleine Kokos-Karotten-Muffins zaubern.

 

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