St. Martin – Tag der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe

In diesen Tagen wird in vielen Orten im deutschsprachigen Raum St. Martin gefeiert – oft mit leuchtend bunten Laternen, aber auch mit typischem Gebäck. Am Martinstag feiern wir die Nächstenliebe. Wir haben uns einmal die Bräuche angeschaut und präsentieren Euch auch ein paar kleine Geschenkideen aus der Küche, mit denen Ihr bei Euren Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wer war eigentlich der Heilige Martin und warum feiern wir ihn?

Martin war ein Soldat, der im vierten nachchristlichen Jahrhundert gelebt haben soll. Zu einer Legende wurde er, als er in einer bitterkalten Nacht seinen warmen Mantel mit einem Schwert teilte und die Hälfte einem Bettler übergab. Den Dank des Bettlers wollte der hilfsbereite Martin nicht – stattdessen ritt er schnell davon.
Im weiteren Verlauf seines Lebens wurde er Mönch und sollte schließlich zum Bischof ernannt werden, was er als bescheidener Mensch eigentlich gar nicht wollte. Dennoch wurde er schließlich als Bischof zu Martin von Tours.

Die gute Tat des St. Martin erinnert uns immer wieder eindrücklich daran, dass es andere Menschen gibt, denen es materiell nicht so gut geht oder die sogar in großer Not sind. Schon als Kind lernen wir durch St. Martin, dass Abgeben und Teilen eine sehr sinnvolle Sache sein kann.


Martinszüge und Martinsfeuer

In Anlehnung an die Verfolgung von Martin finden in vielen Regionen Deutschlands und auch in einigen Nachbarländern Martinszüge statt, in denen Kinder mit bunten Laternen St. Martin auf seinem Pferd folgen und dabei Martinslieder singen. Organisiert werden die Umzüge meist von Schulen, Kindergärten und Dorfgemeinschaften.
Häufig wird sogar die Szene nachgestellt, in der Martin seinen Mantel am Feuer mit dem Bettler teilt.
St. Martin wird meist in Gestalt des Bischofs dargestellt, aber hin und wieder sieht man ihn auch in der Uniform eines römischen Soldaten auf dem Pferd.

Im Rheinland ist dieser Brauch so fest verwurzelt, dass es sogar eine Initiative gibt, St. Martin und die Martinszüge zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zu machen.


Heischebräuche: Das Martinssingen

Kinder schlüpfen allzu gern selbst in die Rolle des Bettlers, indem sie mit ihren Laternen von Haus zu Haus ziehen und – Martinslieder singend – um Süßigkeiten bitten. Auch das Aufsagen von Bettelsprüchen ist in einigen Regionen verbreitet.

Wenn Ihr den kleinen Bettlern vor Eurer Haustür statt Obst und gekaufter Süßigkeiten etwas Besonderes bieten möchtet, könnt Ihr selbst backen. Plätzchen, die gerne etwas fruchtig sein dürfen und nicht allzu schnell brechen, eignen sich hier ganz besonders gut. Wie wäre es mit Orangenplätzchen oder den Cranberry White Chocolate Cookies ?


Was die Martinsgans mit St. Martin zu tun hat

Der bescheidene Martin soll sich in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Die Gänse haben ihn jedoch durch ihr lautes Geschnatter verraten.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass in alter Zeit die Lehnspflicht auf den Martinstag fiel und die fällige Abgabe häufig aus einer Gans bestand. Die Gans wurde somit auch zum Bestandteil eines Festmahls am Martinstag. Klassisch wird sie mit Rotkohl, Maronen und Kartoffelklößen oder Semmelknödeln serviert.

Aber es muss gar nicht immer die große Gans im Backofen sein: Kleine Martinsgänse aus Quark-Öl-Masse kommen immer gut an. Sie sind das schnell gemacht und das ideale Mitbringsel zur Martinszeit.
 


Von Brezeln und Weckmännern

Zu St. Martin gibt es natürlich auch ein typisches Gebäck – und das sieht von Gegend zu Gegend unterschiedlich aus oder nennt sich zumindest anders.
Die Martinsbrezel findet man im Ruhrgebiet, im Sauerland und weiteren Regionen, auch sie wird aus leicht süßem Hefeteig gebacken. Auch aus Quark-Öl-Masse lassen sich die Martinsbrezeln herstellen. Häufig werden die Brezeln nach dem Backen noch in normalem oder in Hagelzucker gewälzt.

Ein weiteres Martinsgebäck, der bis hin zum Nikolaustag Hochkonjunktur hat, ist der Weckmann oder Stutenkerl. Dieses Formgebäck kommt vor allem bei Kindern gut an. Grundlage ist auch hier ein süßer Hefeteig, manchmal mit Rosinen. Große Weckmänner sind häufig mit einer Pfeife ausgestattet. Echte Stutenkerle könnt Ihr natürlich auch selbst backen und anschließend mit Euren Nachbarn oder anderen Menschen teilen.

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