Früchtebrot – Süß und saftig

Von den einen geliebt, von den anderen gehasst. Das Früchtebrot spaltet die Back-Community. Eines lässt sich jedoch nicht von der Hand weisen: Das Früchtebrot ist eines der ältesten Rezepte der Welt.

Alle Wege führen nach Rom. So ist es eben auch bei den Backklassikern. Die frühesten Rezepte für Früchtebrot stammen aus dem alten Rom. Unter der italienischen Sonne mischten die Bäcker Rosinen, Pinienkerne und Granatapfelsamen in eine Art Gerstenteig. Als im Mittelalter Zucker etwas erschwinglicher wurde, blühte das Früchtebrot auf. Denn nun konnte man Obst mit Zucker konservieren. Außerdem schmeckten die kandierten Früchte deutlich intensiver und natürlich auch süßer. Das Grundrezept breitete sich schnell in ganz Europa aus, allerdings wurde es überall anders gebacken.

Von Rom nach Dresden

Auch unser Christstollen ist ja nichts weiter, als ein Früchtebrot. Hier findet Ihr das klassische Dresdner-Christstollen-Rezept oder probiert diese Community-Rezept-Variante aus. Oder wie wäre es zur Abwechselung dieses Jahr einmal mit einem Mandel-Cranberry-Stollen? Wer es besonders eilig hat, kann auch diese Rezeptvariante ausprobieren. Übrigens, eine Zeit lang verbot die Kirche Butter im Stollen zu verwenden. Glücklicherweise hob Papst Innozenz VIII. 1490 dieses Verbot auf und erlaubte in seinem Butterbrief den Sachsen ausdrücklich, einen Stollen mit Milch und Butter zu backen.

Der Weihnachtsklassiker: Früchtebrot im Commonwealth

Heute ist das Früchtebrot besonders in den Commonwealth-Staaten beliebt. Hier wird es allerdings Fruit Cake, also Kuchen genannt. In Großbritannien und Kanada isst man Früchtebrot vorwiegend zur Weihnachtszeit. Dann auch gerne mit einer Glasur. Die Australier bevorzugen das Früchtebrot pur und auch außerhalb der Saison. In den meisten Supermärkten liegt es das ganze Jahr über im Regal. Die Iren hingegen haben ein besonderes Früchtebrot namens Barmbrack. Es kommt vorwiegend zu Halloween auf den Tisch. Im Teig wird ein Ring oder eine  Münze eingebacken. Wer das gute Stück findet, dem ist das Glück hold.

Das Feine: Früchtebrot in Südeuropa

Das Rezept des toskanischen Panforte geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Es wird mit kräftigen Gewürzen aromatisiert und in einer sehr flachen Form gebacken. Auch in Genua gibt es ein Früchtebrot namens Pandolce. Bei den Spaniern heißt das Früchtebrot Bollo de higo. Es wird mit Feigen, Mandeln, Walnüssen und verschiedenen Gewürzen hergestellt und ähnelt dem italienischen Pandolce.

Heiß umkämpft: Früchtebrot in den USA

In den USA ist man sich nicht so einig: Nicht selten muss das Früchtebrot für Witze herhalten, so wie in der bekannten The Tonight Show des verstorbenen Moderators Johnny Carson. Andererseits gibt es sogar eine Stadt, die darum kämpft, als Welthauptstadt des Früchtebrotes anerkannt zu werden. In der Kleinstadt Claxton in Georgia gibt es nämlich zwei Großbäckereien, die jedes Jahr mehr als zwei Millionen Kilo Früchtebrot produzieren. Das Gleiche gibt übrigens auch ein Unternehmen in Corsicana, Texas, an.

Das Gute ist, dass Früchtebrot sehr lange haltbar ist. Wer kein Orangeat oder Zitronat mag, kann auch mit vielen anderen Früchten und Nüssen experimentieren. Das Früchtebrot ist nämlich äußerst flexibel. Außerdem ist es schön saftig, macht gut satt, liefert jede Menge Energie und ist je nach Rezept auch gar nicht so süß. Warum also warten, bis Weihnachten? Macht euch doch mal an dieses vegane Früchtebrot aus unserer Rezeptbox. Und danach können wir gemeinsam streiten, ob es lecker ist oder nicht.  ;-)
 

Tipp:

Ebenso wie Stollen sollte Früchtebrot eine Weile lagern und gut durchziehen. Wickelt es stramm in Klarsichtfolie und lasst es bei Raumtemperatur (ca. 18 ° C) ruhig einige Wochen liegen. Wenn ihr die Früchte vor dem Backen über Nacht in Rum ziehen lasst, bleibt es noch länger frisch – bis zu sechs Monate.

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