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Der Osterhase oder das Ei – was war zuerst da?

Habt Ihr Euch auch schon einmal gefragt, warum der Osterhase eigentlich die Eier bringt? Und weshalb nicht das Huhn? Und was das Ganze überhaupt mit dem christlichen Osterfest zu tun hat? Wir geben uns mit der Aussage, dass es sich um frühlingshafte Symbole der Fruchtbarkeit handelt, nicht zufrieden, und haben nachgeforscht. Unser Artikel bringt löst so manches Geheimnis rund um Ostern auf.

Wieso verstecken wir ausgerechnet Ostereier?

Ob als Deko an aufgestellten Zweigen, am Baum im Vorgarten oder doch einfach nur in hartgekochter Form oder aus Schokolade zum Verzehr – ohne Ostereier kein Ostern.
Traditionell werden die Ostereier ebenso wie andere kleine Geschenke versteckt. Vor allem kleine Kinder lieben die Ostereiersuche im eigenen Garten oder im öffentlichen Park.

Das Ei gilt im Christentum als Symbol der Auferstehung – also genau passend zum theologischen Hintergrund des Osterfestes.
Schon im 12. Jahrhundert wurden Eier gesegnet. Auch das Färben der Eier besitzt eine jahrhundertealte Tradition. Im Mittelalter musste in einigen Gebieten pünktlich zum Osterfest ein Zinsei abgeliefert werden.


Was hat der Hase mit Ostern zu tun?

Ein Blick in die Supermärkte kurz vor Ostern lässt keine Zweifel: Der Osterhase ist allseits präsent. Als Stofftier oder in Form von Schokolade ist er ein beliebtes Geschenk zum Osterfest.
Allgemein nimmt man an, dass der vermehrungsfreudige Hase als Fruchtbarkeitssymbol gilt.

Die erste Erwähnung eines Osterhasen findet sich im Werk „De ovis paschalibus – Von Oster-Eyern“, das vom Medizinprofessor Georg Frank von Franckenau verfasst wurde. Der Titel stellt schon einmal klar: Die Ostereier gibt es mindestens so lange wie den Osterhasen.
In diesem Buch wird bereits recht genau der Brauch beschrieben, Eier im Gras und in Sträuchern zu verstecken und die Kinder suchen zu lassen.

Die Verbindung von Eiern und Hasen ist aber schon im Mittelalter zu suchen. Bereits damals existierte eine sehr umfangreiche Hasensymbolik im Christentum, die sich in die Kunst übertrug.
Das Dreihasenbild, das als Symbol der Dreieinigkeit gilt, wurde in früher Zeit auch auf Ostereier übertragen.

Die Frage, ob der Osterhase oder das Ei zuerst da war, lässt sich also gar nicht so eindeutig beantworten. Beides sind alte Bräuche und christliche Symboliken, die sich zunächst unabhängig voneinander entwickelt haben. Im Zusammenhang mit Ostern würden wir allerdings sagen, dass es das Ei zuerst gab.


Bringt wirklich überall der Osterhase die Eier?

Da eine weltweite Auslieferung von Ostereiern am Sonntagmorgen den Osterhasen doch ein wenig in Stress bringen würde, hat er in vielen anderen Ländern fleißige Helfer, die diese Aufgabe an seiner Stelle übernehmen.

Und selbst in Deutschland bekommt er Unterstützung aus dem Tierreich. Für Teile von Westfalen ist beispielsweise der Fuchs zuständig, für Thüringen der Storch. Ob dort an Ostern mehr Kinder auf die Welt kommen, ist übrigens nicht mit überliefert. Auch der Hahn und der Kuckuck gehören zu den österlichen Eierboten.

Trotzdem ist der deutsche Osterhase ein Exportschlager, der es dank deutscher Auswanderer bis in die USA geschafft hat. In Australien gibt es ihn ebenfalls – hier konkurriert er allerdings mit dem „Easter Bilby“ - dem Großen Kaninchennasenbeutler.


Und was war mit dem Lamm?

Das Osterlamm bringt zwar keine Eier. Trotzdem gehört es zu Ostern mit dazu – vor allem in seiner leckeren Form aus Kuchenteig auf der österlichen Kaffeetafel.

Aber wieso eigentlich?

Das Agnus Dei („Lamm Gottes“) ist ein sehr altes Symbol aus dem frühen Christentum, das für Jesus Christus steht. Speziell an Ostern steht es für die Auferstehung Christi. Daher erfolgt die Darstellung als Osterlamm streng genommen mit einer Siegesfahne. Aber wer denkt daran beim Backen noch?

Noch in vorchristlicher Zeit war das Lamm außerdem ein beliebtes Opfertier. Seine Schlachtung gehörte als fester Bestandteil zum Pessach-Fest, das in den meisten Jahren ebenfalls in die Frühlingsmonate März und April fällt.

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