Geschichte des Backens – Am Anfang war das Brot

„Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall“ hat die italienische Legende Casanova festgestellt. Ob ihm dabei auch Brot und Kuchen in den Sinn gekommen sind? Die Geschichte des Backens ist jedenfalls voller glücklicher Zufälle, die bereits vor abertausenden Jahren ihren Anfang gefunden haben.
Geschichte des Backens

Die Kunst des Backens zelebrieren Menschen seit Jahrtausenden - entdeckt wurde sie wohl eher zufällig vor etwa 6000 Jahren. Die Hauptdarsteller für die glorreiche Entdeckung: Getreide, Wasser, Sonne und Steine.

Am Anfang war… das Getreide

Die Geschichte des Backens geht einher mit der Geschichte des Mehls. Zunächst roh verzehrt, wurde Getreide viele Jahre später zwischen zwei Steinen gemahlen, mit Wasser gemischt und war so bekömmlicher. Dieser Brei landete dann auf einem von der Sonne erwärmten, heißen Stein und wurde durch die Hitze gebacken. So entstand das erste Fladenbrot, das allerdings nur warm verzehrt werden konnte. Kalt war es steinhart. Wahrscheinlich sorgte ein glücklicher Zufall dafür, dass man es auch kalt essen konnte: Der Vorläufer des heute bekannten Sauerteigs war wohl die Folge aus einem vergessenen Brei, bei dem die Gärprozesse bereits im vollen Gang waren. So ging der Teig beim Backen auf und wurde luftiger.


Wer forscht, der findet – den Backzutaten auf der Spur

Erst mit der Erfindung des Mikroskops im Jahre 1676 konnten die für die Gärprozesse verantwortlichen Mikroorganismen, zu denen auch Hefe gehört, erforscht werden. Hefepilze zersetzen das Mehl und produzieren dabei Kohlendioxid, das den Teig aufgehen lässt. Der Chemiker Justus Liebig entdeckte ein paar hundert Jahre später, dass Natron unter der Beigabe von Weinstein-Kaliumbitartrat den Teig auflockert, ohne dabei Mehl zu zersetzen. Das Backpulver war geboren. Bis heute gehört es zu den wichtigsten Zutaten insbesondere für Kuchen. Feineres Gebäck kam mit der Verbreitung von feinem Zucker im 16. Jahrhundert auf – Schleckermäuler in Europa konnten schon damals Biskuitteig sowie Schokolade und Vanille als Backzutaten genießen.

Tipp: Backen wie früher hat vor allem ein Stichwort: Zeit. So ist das sogenannte Slow Baking stark im Trend. Auf chemische Stoffe, die den Backvorgang beschleunigen, wird verzichtet. Wenn Brot- und Brötchen-Teig abends vorbereitet und über Nacht kühl gestellt wird, ist er im Ergebnis knuspriger und geschmackvoller. 

 

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