Kleine Mehlkunde

Wer genüsslich in ein frisches Brot oder einen saftigen Kuchen beißt, denkt wohl kaum daran, dass ohne die Erfindung des Mehls, unsere Welt eine ganz andere wäre. Wir haben das weiße Back-Gold etwas genauer unter die Lupe genommen.
Kleine Mehlkunde

Die Geschichte des Mehls begann vor über 10.000 Jahren. Damals züchteten die Menschen erstmalig aus den Samen von Wildgräsern neue Arten. Aber erst weitere 4.000 Jahre später kamen die Bauern auf die Idee, dass man die Samen zwischen Steinen zermahlen kann. Damit war die Grundlage für einfache Brote geschaffen, wenn dies auch noch lange harte Handarbeit und eher staubigen Genuss bedeutete.

Fast schon luxuriös wurde das Brot etwa 3.000 v. Chr. Zu diesem Zeitpunkt experimentierten die Ägypter erstmalig mit Hefe. Damit wurde das bislang eher dürftige Fladenbrot weich und deutlich schmackhafter. Vom Erfolg beflügelt erfand man im Land der Pharaonen über 40 verschiedene Brotsorten. Die ersten Mühlen gab es im, für damalige Verhältnisse, fast hochtechnologisierten Rom. Von da an nahm die Geschichte des Mahlens ihren Lauf.

Echte Kern-Energie

Heute existieren weltweit unzählige Mehlsorten. Ohne Mehl gäbe es kein Brot, keine Pizza und auch keine Torten. Vermutlich wäre auch die Bevölkerung der Erde deutlich kleiner und weniger entwickelt. Denn überall dort, wo Getreide wuchs, gemahlen und gebacken wurde, dort florierten auch Wirtschaft und Kultur. Das liegt daran, dass in den kleinen Körnern komprimierte Power steckt. Getreide ist ein unentbehrlicher Energielieferant für den menschlichen Körper: Es liefert uns Vitamine, Ballaststoffe, Keimöle und noch viel mehr. Das macht leistungsfähig und innovativ. In Deutschland wird am häufigsten Weizen- und Roggenmehl verwendet. Aber auch Dinkel ist sehr beliebt.

Weizen: Auf den Typ kommt’s an

Das Weizenmehl ist der Alleskönner im Haushalt. Das weiße Mehl ist der Klassiker schlechthin für Kuchen, Kekse, Quiche & Co. Auch im Weißbrot wie Baguette kann man auf Weizenmehl nicht verzichten. Es gibt allerdings über 1.000 verschiedene Weizensorten mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen an Klima und Boden. Das spiegelt sich in einer Vielzahl an Mehlsorten mit ganz verschiedenen Backeigenschaften wider. Für helle Brötchen oder einen Zopf ist beispielsweise ein Mehl mit dem Typ 550 besser geeignet. Die Type 1050  ist wunderbar geeignet für dunklere Brötchenteige und Graubrote. Es handelt sich dabei um ein etwas dunkleres Mehl, welches leicht verdaulich ist. Damit ihr hierbei nicht den Überblick verliert, haben  wir für euch bereits eine sehr informative Übersicht erstellt.

Roggen: Kann man auch trinken

Mit Roggenmehl backt man vornehmlich Brot und Brötchen. Es bietet einen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, deswegen hat es einen etwas intensiveren Geschmack als das Weizenmehl.

Gerade für deftigere Brote ist Roggenmehl besser geeignet. Bei vielen Brotsorten verwendet man jedoch eine Mischung aus Weizen- und Roggenmehl, beispielsweise bei dem Pane Rustico aus unserer Rezeptebox. Aus Roggen werden übrigens auch einige Spirituosen gewonnen, darunter Korn, Wodka und Whiskey.

Dinkel: Das klebt!

Dinkel ist eigentlich eine Weizenart. Dennoch kommen viele Menschen, die Weizenmehl nicht gut vertragen, mit Dinkel besser zurecht. Allerdings ist Dinkel entgegen mancher Gerüchte nicht glutenfrei. Ganz im Gegenteil: Es enthält sogar besonders viel hochwertiges Klebereiweiß. Darum ist es besonders gut zum Backen geeignet. Sein nussiger Geschmack macht sich auch in Nudeln oder Bratlingen sehr gut – und in den leckeren Bananenpfannkuchen von steni17.

 


 

Tipp: Mehl sorgt übrigens auch für frische Luft: Stellt einfach ein Schüsselchen mit Mehl in den Kühlschrank und schon verjagt das Zauberpulver unangenehme Kühlschrankgerüche. Mehl ist einfach ein Tausendsassa.

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