Obst einkochen und einmachen

Die Sommermonate bieten allerlei Obst frisch vom Baum oder Strauch. Wenn Du einen eigenen Garten hast, kannst Du in dieser Zeit Deine Obsteinkäufe reduzieren und frische Früchte zum Backen verwenden. Schade nur, dass die Erntezeit irgendwann vorbei ist und Du wieder auf Konserven, Tiefkühlprodukte oder Importfrüchte zurückgreifen musst, wenn Du einen Obstkuchen backen willst.

Aber Du kannst auch Dein eigenes Obst im Winter essen – wenn Du es einmachst. Eine Technik, die Oma noch auf dem Effeff beherrschte, ist heute leider weitgehend in Vergessenheit geraten. Aber keine Panik: Wir zeigen Dir, wie Du ganz leicht selber Obst einkochen kannst. Das ist ganz und gar nicht altmodisch, sondern ökologisch sinnvoll und das Ergebnis total lecker. Auch Deine eigene Marmelade kannst Du auf diese Weise herstellen.

Und nicht nur Du kannst Dich an Deinem selbst eingemachten Obst erfreuen, sondern auch Deine Freunde und Deine Familie. Denn Geschenke aus der Küche sind ein total beliebtes Mitbringsel.

 

 

Wie funktioniert das Einkochen von Obst?

Das eigentliche Geheimnis hinter dem Einkochen als Konservierungsvorgang ist nicht nur das Kochen des Obstes an sich. Ebenso wichtig sind die physikalischen Vorgänge dabei. Denn durch die Hitze dehnen sich die Luft im Glas und der entstehende Wasserdampf zunächst aus und ziehen sich beim Abkühlen wieder zusammen. Dadurch entsteht ein Vakuum, das dafür sorgt, dass die Einweckgläser absolut luftdicht verschlossen sind. So können keine Keime mehr ins Glas gelangen.

Zu unterscheiden ist zwischen dem Pasteurisieren bei Temperaturen zwischen 60 und 90 °C sowie dem Sterilisieren bei mehr als 100 °C und einer längeren Kochdauer.

Beim Pasteurisieren bleiben Nährstoffe und Geschmack weitgehend enthalten – leider aber auch Keime und Pilzsporen, die unempfindlicher sind als Bakterien und Salmonellen, denen Du schon bei der niedrigeren Temperatur den Garaus machst. Das Sterilisieren vernichtet alle Mikroorganismen gründlich. Vitamin-C und Beta-Carotin sind allerdings so hitzeempfindlich, dass sie den Kochvorgang ebenfalls nicht überstehen.

Das Einmachen von Obst funktioniert etwas anders: Hier kochst Du zuerst das Obst und füllst es anschließend in Einmachgläser mit Schraubdeckel.

 


Welche Vorteile hat das Einkochen und Einmachen von Obst?

Eingekochtes Obst ist – abhängig vom Einmachverfahren – bis zu einem Jahr haltbar. Du weißt im Gegensatz zu Konservendosen ganz genau, was drin ist, woher die Früchte stammen, und kannst Dir sicher sein, dass keine unerwünschten Zusatzstoffe enthalten sind.

Da bei Obst aus dem eigenen Garten oder vom Nachbarn lange Transportwege entfallen, leistest Du einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Bei den hohen Temperaturen gehen hitzeempfindliche Vitamine wie zum Beispiel Vitamin C verloren.


Welche Obstsorten kann man einmachen?

Im Prinzip eignen sich alle heimischen Obstsorten zum Einkochen und Einmachen – die Unterschiede zeigen sich anschließend in der Konsistenz. Obst, das etwas härter ist, wie Pfirsiche oder Birnen, lassen sich perfekt in Stücken oder ganzen Hälften einkochen. Wenn Du Beeren einmachst, kannst Du direkt leckere Konfitüre oder Gelee herstellen. Auch Mus, Chutney und sogar Säfte können durch Einkochen entstehen.


Obst einkochen Schritt für Schritt erklärt

  1. Koche die Einmachgläser aus, so dass sie sauber und keimfrei sind. Nach 5 Minuten sind sie steril. Trockne sie auf keinen Fall ab, sondern lasse sie anschließend auf bereitgelegten Küchentüchern trocknen. Noch besser: Lasse sie im Backofen bei 100 °C trocknen.
  2. Koche die Gummiringe mit etwas Essig ebenfalls auf und entferne poröse Ringe – diese darfst Du auf keinen Fall weiterhin zum Einkochen verwenden!
  3. Fülle das Obst in die Gläser – je nach Sorte entweder ganz oder in kleinen, mundgerechten Stücken.
  4. Fülle so viel Wasser in die Einmachgläser, dass die Früchte vollständig bedeckt werden. Ein Esslöffel Zucker gehört ebenfalls noch in das Glas.
  5. Verschließe die Gläser und stelle sie mit ausreichend Abstand zueinander in den Einkochtopf. Sie sollten nur zu etwa drei Vierteln im Wasser stehen, das die gleiche Temperatur hat wie die Einmachgläser.
  6. Bringe das Wasser im Einkochtopf zum Kochen. Erst wenn dann Wasser kocht, wirfst Du einen Blick auf die Uhr. Die Einkochzeit hängt von der Obstsorte ab, bewegt sich aber im Allgemeinen bei 25 bis 35 Minuten.


Einkochtopf und Alternativen

Ein Einkochtopf, der auch als Einkochautomat bezeichnet wird, erleichtert Dir den Einkochvorgang deutlich. Er bietet deutlich mehr Platz als ein herkömmlicher Kochtopf. Darüber hinaus zeichnet er sich durch einen Temperaturregler mit Thermostat aus. Dadurch kann die erforderliche Temperatur genau eingehalten werden. Und auch im Winter muss Dein Einkochtopf nicht tatenlos herumstehen: Du kannst ihn bestens zum Erhitzen von Glühwein oder einem leckeren Punsch nutzen.

Wenn Du keinen speziellen Einkochtopf besitzt, kannst Du auch Deinen Backofen zum Einkochen nutzen. Du befüllst ein relativ tiefes Backblech mit Wasser und stellst die Einmachgläser auf unterster Schiene darauf. Den Ofen heizt Du auf 180 °C vor. Wenn Du siehst, dass die Flüssigkeit in den Gläsern perlt, schaltest Du den Backofen aus uns lässt die Einmachgläser bei geschlossener Tür noch weitere 30 Minuten darin stehen.


Einmachgläser – worauf sollte man achten?

Echte Einmachgläser besitzen einen Schraubverschluss. Sie sind dickwandig und stabil, schließlich müssen sie den Temperaturunterschieden beim Einkochen standhalten.
Grundsätzlich sind sie wiederverwendbar, allerdings darf der Glasrand auf keinen Fall beschädigt sein. Von Zeit zu Zeit müssen außerdem die Gummiringe ausgetauscht werden, da sie mit der Zeit spröde und damit luftdurchlässig werden.

Du kannst auch Einweckgläser mit Schraubdeckel oder einem Spannbügelverschluss benutzen

 

Konfitüre & Co. selbst herstellen

Wenn Du ohnehin schon Dein Obst erhitzt, warum nicht gleich eigene Konfitüre – landläufig spricht man ja auch gerne schon einmal von „Marmelade“ – herstellen? Dazu schneidest Du die gewaschenen und geschälten Früchte in kleine Stücke. Achtung, jetzt wird es süß: Zu den Früchten kommt noch einmal die gleiche Menge an Gelierzucker hinzu. Es gibt aber auch Gelierzucker, den Du im Verhältnis 2 Teile Obst zu 1 Teil Zucker verwendest. Du musst also darauf achten, ob auf der Packung 1:1 oder 2:1 angegeben ist. Koche die Mischung auf, fülle sie in die bereitgestellten Einmachgläser, die Du sofort verschließt, damit auch hier der Vakuum-Effekt eintreten kann. Lasse die Marmelade erkalten und lagere Sie im Anschluss kühl und dunkel.
Sollte Deine selbstgemachte Konfitüre zu flüssig geraten sein, kannst Du sie als leckere Fruchtsauce zu Eis und vielen anderen süßen Desserts servieren.


Saisonkalender: Wann wird welches Obst geerntet?

Unser Saisonkalender gibt Dir einen Überblick, welche Obstsorten es normalerweise in welchen Monaten frisch und regional gibt. Natürlich kann es immer einmal zu kleinen Abweichungen kommen. Von April bis November hast Du die Chance auf Frischobst zum Einkochen. Der Juni ist zum Beispiel ein klassischer Beerenmonat, in dem die Sträucher Dir eine Vielzahl an Sorten bieten. Im August, dem typischen Erntemonat, ist die Auswahl an frischem Obst besonders groß.

April: Rhabarber
Mai: Erdbeeren, Rhabarber
Juni: Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Rhabarber, Stachelbeeren
Juli: Aprikosen, Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Stachelbeeren, Zwetschgen
August: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Blaubeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Stachelbeeren, Wassermelone, Zwetschgen
September: Äpfel, Birnen. Blaubeeren, Brombeeren, Holunderbeeren, Mirabellen, Pflaumen, Quitten, Wassermelonen, Weintrauben, Zwetschgen
Oktober: Äpfel, Birnen, Holunderbeeren, Quitten, Weintrauben, Zwetschgen
November: Äpfel, Quitten


Gemüse kann man auch einkochen

Es muss ja nicht immer Obst sein: Auch das Gemüse aus Deinem Winter kann im Einweckglas so manchen Monat überstehen und schmeckt dann in der kalten Jahreszeit immer noch bestens.
Besonders gut eignen sich hier Erbsen, Möhren und Rote Bete. Du gibst statt Zucker entweder etwas Salz hinzu oder benutzt gleich einen Sud aus Salz und Kräutern, der für ein leckeres Aroma sorgt.


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