Typische Bräuche zu Silvester und Neujahr

Das Brauchtum spielt zu Silvester und Jahresbeginn eine große Rolle. Ein bisschen Aberglaube ist auch mit dabei – immer in der Hoffnung auf viel Glück im neuen Jahr. Wir stellen Euch nicht nur ein paar Silvesterbräuche näher vor, sondern haben auch noch ein paar gute Vorsätze mit im Gepäck. Da kann das neue Jahr ja nur gut werden!

Feuerwerk und Böller

Kein Jahreswechsel ohne Feuerwerk: Das farbenprächtige Schauspiel, das die vielen Raketen und Fontänen erzeugen, schauen wir uns immer wieder gerne an. Nicht nur am Himmel zischt, pfeift und knallt es. Auch in Bodennähe sorgen Silvesterböller für Krach, der böse Geister und Dämonen vertreiben soll. Bevor es das Feuerwerk gab, wurden auch Schellen und Peitschen zur Erzeugung von Lärm verwendet.
Nach Europa kam das Feuerwerk im Mittelalter, nachdem Jahrhunderte zuvor die Chinesen das Schwarzpulver erfunden hatten, das jedoch nicht nur friedlichen Zwecken diente. Im Barock erlebte es eine erste Blütezeit.
Vor gut 100 Jahren entstand das Feuerwerk in seiner heutigen Bedeutung und damit auch zahlreiche Feuerwerksfirmen, die sichere Feuerwerkskörper herstellen, die kurz vor Silvester im Handel verkauft werden.


Auf den Jahreswechsel anstoßen

Wer verschläft, ist selbst schuld: Pünktlich zu Mitternacht wird mit Sekt (oder einer  alkoholfreien Alternative) und einem „Prosit Neujahr“ auf das neue Jahr angestoßen. Und zwar mit Freunden, Bekannten, der Familie, Nachbarn oder auch Fremden, die zufällig gerade in der Nähe stehen.
Und auch schon vorher wünscht man einen „Guten Rutsch“. Der hat jedoch nichts mit „Rutschen“ zu tun, sondern leitet sich vom jiddischen „Rosch“ ab, was „Anfang“ und somit einen guten Start ins neue Jahr bedeutet.


Orakel für daheim: Bleigießen

Im kleinen Kreis bei der Silvesterfeier daheim erfreut sich das Bleigießen ungebrochener Beliebtheit. Die Ergebnisse beim Bleigießen, die als Orakel zur Vorhersage der Zukunft dienen sollen, verleiten zu allerhand Interpretationen und sorgen damit für viel Spaß. Das erhitzte Metall erstarrt in einer Schüssel mit kaltem Wasser zu bizarren Formen.
Erfunden wurde das Bleigießen von den alten Römern. Statt gesundheitsgefährdendem Blei wird heutzutage allerdings häufig Zinn oder eine speziell für das Bleigießen konzipierte Legierung verwendet.


Wahre Glücksbringer

Damit der Start ins neue Jahr gut gelingt, gehört zu den Bräuchen auch das Verschenken von kleinen Glücksbringern. Schweinchen, Schornsteinfeger, Kleeblätter, Fliegenpilze und Hufeisen haben zum Jahreswechsel Hochkonjunktur.
Vor allem als Tischdeko beim Silvesterdinner machen sie viel her. Als Marzipan-Ausführung sind sie sogar essbar und die perfekte Dekoration für Torten.

 

Gebäck für Silvester und Neujahr

An einem langen Abend haben die Gäste Hunger. Grund genug für uns, vorher noch einmal in unserer Backstube fleißig zu sein. Neben Neujahrsbrezeln stehen bei uns auch Glückskekse hoch im Kurs, aus denen wir bei Bedarf mit schwarzer Lebensmittelfarbe und den passenden frechen Sprüchen Pechkekse machen. Spaß ist auch hier beim Aufessen garantiert!

 

TV-Rituale

Silvester hat ganz viel mit Ritualen zu tun. Dazu gehört auch, dass bestimmte Sendungen am Silvesterabend aus dem Fernsehprogramm nicht wegzudenken sind. Allen voran „Dinner for One“, ein kurzer Sketch, der bereits seit Jahrzehnten vor allem in den Regionalprogrammen ausgestrahlt wird. In vielen Familien gehört das gemeinsame Schauen zu einem gelungenen Jahresende dazu.


Was man an Silvester auf keinen Fall tun sollte

Es gibt tatsächlich ein paar Dinge, die Ihr am Silvestertag unterlassen solltet, um kein Unglück heraufzubeschwören. Die gute Nachricht: Man sollte nicht arbeiten! Denn die Götter lassen das Rad, an dem die Sonne festgebunden ist, an diesem Tag ebenfalls ruhen.
Vor allem Wäsche sollte weder gewaschen noch aufgehangen werden, weil sich darin böse Geister verheddern könnten, was wiederum den Toten- und Sturmgott Wotan erzürnen würde.

Auch Fisch sollte – wenn überhaupt – nur mit Vorsicht genossen werden. Denn Papst Silvester 1. starb am 31.12.335. Und in seiner Gegenwart sollen viele Ungläubige an Fischgräten erstickt sein.


10 gute Vorsätze, die sich lohnen

Alle  Jahre wieder … nehmen wir uns zum Jahreswechsel vor, dass von nun an alles besser werden soll. Gesünder leben, besser organisiert sein – rund um diese Themen ranken sich die meisten guten Vorsätze.
Grundsätzlich scheint der Zeitpunkt aus mehreren Gründen besonders geeignet: Nach der Völlerei der Festtage, an denen wir eben doch nur ungern verzichten, fällt es uns nun leichter, etwas asketischer zu leben. Gleichzeitig ist der Beginn eines neuen Jahres auch immer ein kleiner Einschnitt: Das Jahr liegt frisch und jungfräulich vor uns und wartet nur darauf, eine Erfolgsgeschichte zu werden.


Hier nun unsere Top 10 der guten Vorsätze:
 

1. Vorsatz: Mit dem Rauchen aufhören

Der Entschluss, seine Raucherkarriere zu beenden, ist wohl der absolute Klassiker unter den guten Vorsätzen – und das nicht nur zum Jahreswechsel. Neben dem Wunsch nach einem gesünderen Leben spielt hier auch das Sparen von Geld eine Rolle. Gleichzeitig fällt es aber schwer, von der Nikotinsucht wegzukommen.
Wenn Du wirklich mit dem Rauchen aufhören möchtest, suchst Du Dir am besten professionelle Unterstützung oder liest zumindest einen Ratgeber zum Thema.
 

2. Vorsatz: Mehr Sport machen

Wenn der innere Schweinehund nicht wäre, würden wir uns wohl jeden Tag aufraffen und unseren Körper ordentlich auspowern. Dummerweise ist da die gemütliche Couch, die am Ende eines anstrengenden Tages ruft. Die TV-Serie ist wichtiger, das Wetter schlecht … die Liste der Ausreden, um keinen Sport zu machen, ist lang.
Wichtig ist, dass die ausgewählte Sportart dir wirklich Spaß macht. Oft kann es schon hilfreich sein, einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Auch die soziale Komponente kann ein motivierender Faktor sein.


3. Vorsatz: Gesünder ernähren

Wir geben es ja zu: Wir lieben Backen und damit auch allerhand Süßes – das natürlich nicht immer das Prädikat „gesundes Essen“ verdient hat. Um aber ohne Reue genießen zu können, wenden wir mehrere Strategien an: Süßigkeiten und Zucker essen wir in Maßen statt in Massen. Außerdem können wir auch wirklich gesunde Dinge backen oder ungesunde Zutaten durch andere ersetzen. Viele Anregungen zum gesunden Backen mit alternativen Zutaten findet Ihr in unserer Rubrik „Verzicht mit Genuss“. Wie wäre es zum Beispiel mit  der Verwendung von Superfoods als Zutaten oder leckeren, selbstgebackenen Müsliriegeln?


4. Vorsatz: Abnehmen

Spätestens dann, wenn die Klamotten nicht mehr so recht passen, denkt wohl jeder ans Abnehmen. Gerade zum Jahreswechsel, nach einigen kalorienbeladenen Festtagen, geht der Zeiger auf der Waage nach oben und befeuert den guten Vorsatz, im neuen Jahr abzunehmen.
Tipp: Beim Abnehmen ist vor allem das Durchhalten wichtig. Eine kurzzeitige radikale Crash-Diät ist dabei kontraproduktiv – trotz schneller vermeintlicher Erfolge. Eine langfristige Umstellung der Ernährung und viel Bewegung im Alltag sind der Schlüssel zu einer ausgeglichenen Kalorienbilanz.


5. Vorsatz Mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen

Geht es Euch auch so, dass Euer Job und anderweitige Verpflichtungen Eure Zeit manchmal schlichtweg auffressen? Bei diesem Vorsatz geht es darum zu erkennen, was und wer Euch wirklich wichtig ist, und mit diesen Menschen mehr Zeit verbringen zu können. Im Alltag ist das nicht immer ganz einfach, denn jeder hat seine eigenen Zeitpläne und Verpflichtungen.
Bei Verabredungen mit Freunden hilft uns eine gewisse Verbindlichkeit: Treffen sollten nicht ständig verlegt oder wieder abgesagt werden. Sie sind für uns wichtige Termine.
Für die Familie sollte zumindest am Wochenende oder an freien Tagen Zeit sein. Wer Familie hat, sollte die Notwendigkeit der einen oder anderen Überstunde hinterfragen. Von Vorteil ist es, wenn man Hobbys und Vorlieben teilt. Backen mit Kindern ist zum Beispiel eine tolle Möglichkeit, die Freizeit gemeinsam zu gestalten.


6. Vorsatz: Stress vermeiden oder abbauen

Ob Stress auf der Arbeit oder hausgemachter Freizeitstress: Stress kommt nur in seltenen Fällen als positiver Eustress daher. Die Stressreaktionen im Körper waren im Laufe der Menschheitsgeschichte notwendig zum Überleben, indem sie zum Beispiel eine schnelle Flucht ermöglicht haben. Heutzutage kann Stress jedoch auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen, wenn er nicht abgebaut werden kann.
Am besten ist es natürlich, Stressfaktoren zu vermeiden. Dazu gehört auch, Telefon und Internet einmal auszuschalten und der Dauerberieselung durch Medien zu entgehen. Ein Waldspaziergang kann Wunder wirken. Plant ausreichend Zeit für Euch selbst und Eure Bedürfnisse ein, anstatt es immer nur anderen Menschen recht machen zu wollen.
Wenn Stress sich nicht ganz vermeiden lässt, ist Sport die beste Möglichkeit zum Stressabbau.


7. Vorsatz: Mehr und besser schlafen

Zu einem stressfreien und gesünderen Leben gehört auch ein ausreichendes Maß an Schlaf. Leider sind Schlafstörungen in unserer modernen und hektischen Gesellschaft ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Das führt vor allem zu Schlafdefiziten, die krank machen können und die Leistungsfähigkeit am Tag beeinträchtigen.
Falls es möglich ist, sollte man die Schlafzeiten dem eigenen Biorhythmus anpassen. Lerchen stehen früh auf und gehen früh schlafen. Eulen sind gerne spätabends und nachts produktiv, müssen dann aber ausschlafen.
Ein No-Go vor dem Schlafengehen sind Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke, die Euch ebenso wachhalten wie abendlicher Sport. Vermeidet nach Möglichkeit Tätigkeiten am Bildschirm und schaltet den Fernseher früh ab. So vermeidet Ihr nicht nur das blaue Licht, das Euch daran hindert, müde zu werden, sondern kommt auch gedanklich zur Ruhe.


8. Vorsatz: Mehr sparen

Mehr Geld für die Dinge haben, die einem wirklich wichtig sind: Das ist oftmals durch ein wenig Sparen im Alltag möglich. Und damit meinen wir gar nicht, dass alles nur noch in Billigausführung gekauft wird. Vielmehr hinterfragen wir die Notwendigkeit von Neuanschaffungen und kaufen keine überzähligen Lebensmittel, die wir anschließend wegwerfen müssen.
Vom gesparten Geld können wir uns einen Herzenswunsch erfüllen – oder einfach weitersparen.


9. Vorsatz: Nachhaltiger leben

In der Konsumgesellschaft gibt es schon wieder Gegenbewegungen, die ein Auge auf die endlichen Ressourcen auf dem Planeten Erde haben. Für uns ist der Vorsatz des nachhaltigeren Lebens nicht gleichbedeutend mit Konsumverweigerung, sondern mit bewussteren Einkaufen und Handeln. Auch beim Backen könnt Ihr nachhaltig handeln: Warum nicht einmal den Kuchenteig per Hand rühren und dabei Strom sparen? Hochwertiges und langlebiges Backzubehör sind uns wichtiger als Wegwerfware und darf auch ruhig etwas teurer sein. Gleiches gilt für Zutaten: Regional und saisonal darf es gerne sein.


10. Vorsatz: Mehr Optimismus

Jammern kann jeder. Wir blicken trotz aller Widrigkeiten lieber optimistisch in die Zukunft. Und stellen die Weichen so, dass unsere Wünsche und Hoffnungen auch eine Chance haben, sich zu erfüllen. Dazu gehört für uns auch eine gesunde Portion Neugierde auf die Welt und auf andere Menschen. Wer weiß schon, was es 2018 Positives zu entdecken gibt?

 

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