Mohn – Das graue Gold

Mohn macht müde Männer munter! In der Tat, denn die uralte Pflanze hat nachweislich eine aphrodisierende Wirkung. Aber nicht nur das: Mohn ist eines der kalziumreichsten Lebensmittel, enthält viel B-Vitamine und ist als Backzutat enorm vielseitig.

Der Mohn fand schon 4.000 vor Christus Erwähnung. Bereits die Sumerer nutzten die schmerzstillende Wirkung des Schlafmohns. Weltweit gibt es mehr als 80 verschiedene Mohnsorten, die unter dem botanischen Namen Papaver bekannt sind.

Weiß, blau oder grau?

Zum Backen nutzt man die Samen des Schlafmohns. Diese sind in unterschiedlichen Färbungen erhältlich. Den grauen Mohn sieht man eigentlich am häufigsten. Denn sein zartes Aroma passt besonders gut zu Süßspeisen. Der blaue Mohn, den man auch von Brötchen kennt, ist etwas herber im Geschmack und gehört eher zu herzhaften Speisen. Die größten Anbaugebiete liegen in der Türkei, Tschechien, Ungarn und Australien, aber auch in Österreich baut man viel Mohn an. Eher selten ist der weiße Mohn. Er hat eine nussige Note und stammt vorwiegend aus Indien. In seinem Heimatland wird der weiße Mohn als Bindemittel in Curries und Soßen verwendet.

Mahlen nicht vergessen

Beim Backen greift man in der Regel zu Mohnsamen. Die gibt es gemahlen oder ungemahlen. Gemahlene Mohnsamen sollte man möglichst schnell verwenden. Ungemahlener Mohn hält deutlich länger (monatelang), muss aber vor der Verwendung noch gemahlen oder „gequetscht“ werden. Dafür gibt es besondere Mohnmühlen. Diese sind jedoch recht teuer. Die Anschaffung lohnt sich eigentlich nur, wenn man regelmäßig Mohn verwendet. Wer nur ab und zu Mohn mahlen möchte, kann sich mit der Küchenmaschine behelfen und einen entsprechenden Aufsatz verwenden. Auch im Mörser lassen sich Mohnsamen gut quetschen. Das Mahlen ist wichtig, denn es bricht die Samenschale auf, sodass sich das Mohnaroma erst richtig entfalten kann. 

Macht mehr Mohnkuchen!

Mohn einfach über Brötchen zu streuen, ist eigentlich viel zu schade. Denn mit gemahlenem Mohn kann man sehr aromatische Kuchen zaubern. Dabei gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen: Entweder stellt man eine Mohnfüllung her oder man gibt den Mohn in den Teig, wie beispielsweise bei dem Sesam-Mohn-Brot von swaquer aus unserer Rezeptebox.

In gut sortierten Reformhäusern und Backwarenabteilungen erhält man sogar fertige Mohnmasse. Leckerer ist es natürlich, wenn ihr es selbst macht. Das ist auch gar nicht so kompliziert: Für eine Mohnfüllung wird der gemahlene Mohn mit Milch oder Puddingpulver aufgekocht und angedickt. Je nach Rezept verwendet man Grieß, Eier oder Stärke. Zerbröselter Zwieback macht die Mohnmasse etwas lockerer. Die Füllung kann dann noch verfeinert werden. Mit geraspelter Zartbitterschokolade wird der Geschmack etwas herber. Beliebt sind Kombinationen mit Marzipan, Rum oder Früchten. Rum und Mandeln peppen zum Beispiel den Mohnkuchen von Powerevi auf. Fruchtiger ist der Apfel-Mohnkuchen von SarahHH. Ein echter Klassiker sind natürlich Dampfnudeln. Mit Vanillesoße und Mohn – ein Traum zum Sattessen.

Zusatztipp: Legt die Mohnsamen vor dem Mahlen eine kurze Zeit ins Gefrierfach. Dann klebt der Mohn beim Quetschen nicht so. Gemahlener Mohn bleibt im Kühlschrank leider nur wenige Tage frisch. Aber ihr könnt den Mohn auch einfrieren. Dann hält er sich bis zu drei Monate.

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