Wir haben einen an der Waffel

Wenn der Duft von frischen Waffeln durchs Haus zieht, fühlt man sich gleich in die eigene Kindheit zurück versetzt: Damals, als Oma noch das gusseiserne Waffeleisen einfettete. Die heimische Waffelproduktion ist dank moderner Waffeleisen kinderleicht geworden. Das Ergebnis duftet aber immer noch so gut wie früher.

Waffeln soll es schon seit ewigen Zeiten geben. Selbst die Gebrüder Grimm erwähnen Waffeln in ihrem Deutschen Wörterbuch. Den weltweiten Siegeszug traten sie aber erst in den 1960er Jahren an. Im Jahr 1964 verkaufte Maurice Vermersch im Belgischen Dorf der Weltausstellung in New York dicke, weiche Waffeln mit Schlagsahne, Erdbeeren und Puderzucker. Diese Kombination wurde zum Verkaufsschlager, denn die Amerikaner waren verrückt nach der Neukreation. Damit war die Belgische Waffel geboren, deren Beliebtheit in den USA bis heute ungebrochen ist. Allerdings lieben die Amerikaner ihre Waffeln zum Frühstück, nicht unbedingt zum Nachmittagskaffee.

Waffel ist nicht gleich Waffel!

Im Heimatland Belgien unterscheidet man in Brüsseler und Lütticher Waffeln. Die Hauptstadt-Variante besteht aus einem weichen Eierteig, bei den Lütticher Waffeln wird Hefe verwendet. Die Lütticher Waffeln gehen dadurch stärker auf und sind dicker. Nach dem traditionellen Rezept werden sie außerdem mit Hagelzucker gemacht. Bei uns sind Waffeln meistens flacher. Der Klassiker sind die Waffelherzen. Die Zutatenliste dafür ist übersichtlich: Butter, Zucker, Eier, Mehl und Milch. Dazu dann noch etwas Backpulver und fertig ist der Waffelteig. Besonders in Westfalen herrscht eine tief verwurzelte Waffelbegeisterung. Im Saarland gehören Zimtwaffeln zum traditionellen Weihnachtsgebäck.

Ein Herz für Waffeln

Das Geheimnis für locker-weiche Waffeln ist immer die Butter. Dadurch bleibt das Gebäck auch nach dem Auskühlen noch schön „fluffig“. Puristen mögen die Waffel ohne viel Schnickschnack: Heiß und frisch muss sie sein, lediglich mit ein wenig Puderzucker bestäubt. Dabei sind die goldgelben Geschmackswunder so vielseitig wie ihre Bäcker selber. Den Teig kann man mit Kakaopulver, Kokosflocken, geriebenen Hasel- oder Pecannüssen aufpeppen. Durch Haferflocken und Vollkornmehl werden die Waffeln etwas kerniger. Dazu passen typische Herbstzutaten wie Apfel- oder Pflaumenmus.
Tipp: Süße Waffeln mit Bananen, kanadischem Ahornsirup und einem Hauch Zimt zum Brunch servieren! Wer mag, gibt noch einen Schuss Rum in den Teig.

Die Renaissance der Waffel

Im Trend sind herzhafte Waffeln. Statt Zucker gibt man eine Prise Salz in den Teig. Den Grundteig kann man dann nach Lust und Laune erweitern: Gebratene Speckwürfel, geriebener Käse, Möhren, Zwiebeln, gehackte Kräuter und exotische Gewürze lassen die Waffeln jedes Mal ganz anders schmecken. Luxuriös wird es mit einem Spiegelei, Blattspinat und etwas Sauce Hollandaise. Eine leichtere Mittagsvariante belegen Sie mit Parmaschinken, Rucolasalat und frischen Apfelscheiben. Probieren Sie es aus!

Waffeln in der Mini-Version

Wem ganze Waffeln dennoch zu mächtig sind, für den eignen sich die Mini-Waffeln. Dafür backt man nicht eine komplette Waffel aus, sondern gibt lediglich einen Esslöffel Teig in eine Ecke des Waffeleisens. Verteilen Sie mehrere Teigtupfer so, dass sie sich nicht berühren. Nach dem Ausbacken haben sie kleine Waffelstücke, die Sie wie Kekse aufbewahren und servieren können. Vorher können Sie die Mini-Waffeln noch in Schokoglasur tauchen und dekorieren.

Infotipp: Schon gewusst? Die größte Waffel der Welt wurde in Norwegen gebacken:
Rolf Moen hat 2008 zwischen zwei Kanaldeckeln eine Waffel mit einem Durchmesser von 63,5 cm gebacken. Die Schweden feiern alljährlich am 25. März sogar einen Waffeltag – und begrüßen damit den Frühling.

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