Nachos: Mehl in Bestform

Der Koch hatte schon Feierabend als einige hungrige US-Soldaten in dem Örtchen Piedras Negras an der mexikanischen Grenze einkehrten. Der Kellner Ignacio – Spitzname „Nacho“ – ließ sich etwas einfallen: Er servierte frittierte Tortillas mit scharfen Paprika und Käse überbacken. Die Notlösung wurde zum Kassenschlager. Heute gelten seine Nachos schon fast als amerikanisches Nationalgericht.

Der pfiffige Mexikaner Ignacio erfand zwar 1943 die nach ihm benannten Nachos, also Tortilla-Chips mit Käse oder Sauce, Tortillas sind aber schon seit ewigen Zeiten ein fester Bestandteil der mexikanischen Küche. Bereits 10.000 vor Christus sollen die Maisfladen für einen hungrigen Maya-König erfunden worden sein. Vom faulen Couch-Snack konnte damals keine Rede sein. Das kohlenhydratreiche Maiskorn spendete Energie und wichtige Vitamine für die Völker im Norden Mexikos.

Gestatten - Masa Harina die Feine

Damals war mühevolle Handarbeit notwendig, um das stärkehaltige Maismehl herzustellen. Dafür musste getrockneter Stärkemais zunächst über mehrere Stunden mit gebranntem Kalk gekocht werden. Danach wurde der Mais ausgewaschen und in einem nächsten Schritt Korn für Korn enthülst. Abschließend vermahlte man den noch nassen Mais mit speziellen Mühlen zu Teig oder ließ ihn direkt wieder austrocknen. Das dann entstandene feine Mehl nennt man Masa Harina. Unter diesem Namen ist es immer noch in mexikanischen Supermärkten zu kaufen.

...weil Mais stark macht

Für die Herstellung von Nachos wird heute meist eine Mischung aus Weizenmehl und Maismehl verwendet. Wer eine Gluten-Unverträglichkeit hat, kann gut komplett auf Maismehl zurück greifen. Das Power-Korn enthält gesunde ungesättigte Fettsäuren wie Linolensäure. Dazu hat es noch viele Mineralstoffe beispielsweise Natrium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Kalium zu bieten. Auch viele Vitamine, darunter Vitamin A, B, C und E, stecken in den goldgelben Kraftpaketen.

Tortilla-Chips: Scharfes aus dem Backofen

Seit den 1960er Jahren werden Tortillas-Chips in den USA industriell hergestellt. Mittlerweile soll es über 300 Firmen geben, in denen täglich Zehntausende der knusprigen Dreiecke in bunte Tüten verpackt werden. Für einen knackigen Couch-Abend kann man Tortilla-Chips aber auch durchaus selber backen. Dafür mischt man 120 g Masa Harina, also feines Maismehl, mit 100 g Weizenmehl. Die Mehlmischung verknetet man dann mit 250 ml Wasser, einer Prise Salz und einem Esslöffel Öl zu einem glatten Teig. Nach Geschmack kann man das Maismehl vorab noch etwas würzen, beispielsweise mit Chili-Pulver, Paprika oder Curry.

Den Teig muss zunächst eine Stunde kalt gestellt werden, bevor er in etwa ein Dutzend kleine Teigkugeln portioniert wird. Die Teigkugeln werden dann einzeln zu Kreisen ausgerollt. Der Teig sollte nicht mehr dicker als zwei bis drei Millimeter sein. Die Tortillas backt man in einer heißen Pfanne pro Seite etwa eine Minute. Die vorgebackenen Tortillas anschließend vierteln, sodass die typischen kleinen Dreiecke entstehen. Die Tortilla-Chips werden nun mit etwas Öl eingepinselt und bei 200 ° C im Backofen ausgebacken. Nach etwa fünf bis sechs Minuten die Chips einmal wenden und weitere fünf Minuten goldbraun werden lassen.

Klassische Nachos serviert man mit scharfen Jalapeño-Streifen und Käse überbacken. Etwas gesünder wird es mit Tomaten- und Paprikawürfeln. Eine pikante Tomatensoße, Chili con Carne, Sour Cream oder Guacamole machen aus den knusprigen Dreiecken allerdings auch eine runde Sache.
 

Zusatztipp: Achtung, Verwechslungsgefahr! Die spanische Tortilla hat herzlich wenig mit den Tex-Mex-Chips zu tun. Die Spanier brutzeln unter dem gleichen Namen in der Pfanne ihr traditionelles Omelett aus Ei, Kartoffeln und Zwiebeln. Gemein ist den beiden Gerichten höchstens die gelbe Färbung.

 

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