Nordisch by Nature

„Mat skall lagas med karlek och smor.“ so sagt man in Schweden. „Essen bereitet man mit viel Liebe und Butter zu.“ Da können wir nur zustimmen. In den nordischen Ländern purzeln entsprechend leckere Brote und Kuchen aus dem Backofen. Beim Verspeisen vor dem Kamin fühlt man sich fast wie Michel aus Lönneberga.

Essen im hohen Norden ist immer ein wenig romantisch. Märchenhafte Mandeltorte oder frischer Obstkuchen wie aus dem Bilderbuch... Vielleicht liegt es an der wildromantischen Vergangenheit, die man immer noch herausschmeckt. Die Nachfahren der Wikinger kochen und backen bis heute noch nach uralten Rezepten, die über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Die Wikinger liebten Austern und Muscheln, aber auch viele einfache Zutaten wie Kohl, Äpfel, Beeren und Nüsse. All diese findet man bis heute in der skandinavischen Küche – sie liegen bei den Skandinaviern sozusagen vor der Holzhütte.

Mehr als Smørrebrød

Die Dänen lieben ihr Smørrebrød. Zum Mittag werden gebutterte Brotscheiben aufwendig belegt, beispielsweise mit Fisch, Ei oder Roastbeef. Aber auch Krabben, Käse, Pasteten oder sogar Kaviar kommen auf die dänischen Luxus-Stullen. In allen nordischen Ländern hat Brot immer schon eine große Rolle gespielt. Im Süden und Osten der Region werden häufiger weiche Roggenbrote gebacken. In Dänemark und speziell in Schweden ist das Roggenbrot ein wenig süßlich, während man in Finnland kräftigere Sauerteige bevorzugt. In Island hingegen musste man lange Zeit Korn importieren, um überhaupt Brot backen zu können. Denn auf der Vulkaninsel ließ sich Getreide nur schlecht anbauen. Stattdessen behalfen sich die Isländer mit Lappentang, einer nussig schmeckenden Rotalgen-Art, oder mit Isländischem Moos.

Lichen-Fladen mit Isländischem Moos

Das traditionelle Lichenbrot, ein flacher, herzhafter Fladen, kann man auch im Land der Germanen nachbacken. Das Moos bekommt man in getrockneter Form in Online-Shops oder in Reformhäusern. Für den Teig muss man zunächst zwei Handvoll getrocknetes Moos einige Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Dann wird es abgetropft und gehackt. Das Moss vermischt man mit je 180 g Roggen- und 60 g Weizenmehl. Nach Bedarf geben Sie noch kochendes Wasser und eine Prise Salz hinzu. Der Teig sollte sehr fest, aber formbar sein. Aus dem Teig werden etwa ein Dutzend Portionen abgestochen, die man zu flachen Fladen ausrollt. Früher hat man die Lichen-Fladen über dem offenen Feuer ausgebacken. Heute kann man sie in einer sehr heißen Pfanne backen oder einfach direkt auf der Kochplatte. Wenn das Brot dunkle Flecken bekommt, ist es Zeit, es zu wenden.

Leichter Preiselbeerkuchen aus Schweden

Beeren gibt es in den skandinavischen Wäldern in Hülle und Fülle. Himbeeren und Blaubeeren wachsen am Wegesrand, aber vor allem die orange-rote Moltebeere ist das „Gold des Nordens“. Sie wächst in lichten Wäldern und in den Moorgebieten Schwedens. Bei uns bekommt man Hjortron fast gar nicht oder zu unerschwinglichen Preisen im Delikatessenhandel. Aber auch Lingon ist bei den Schweden sehr beliebt. Dahinter versteckt sich die gemeine Preiselbeere. Unser Lieblingsrezept für einen frischen Preiselbeerkuchen geht so: Stellen Sie einen lockeren Rührteig her und streichen Sie ihn auf ein Backblech oder in eine rechteckige Backform aus. Backpapier nicht vergessen! Wer es luftiger mag, kann sich auch für einen Biskuitteig entscheiden. Schlagen Sie dann Eiweiß mit Puderzucker steif und streichen Sie den Eischnee auf den Teig. Darüber werden noch grob gehackte Mandeln gestreut. Der Kuchen wird dann etwa 30 Minuten bei 160-180 ° C gebacken. Servieren Sie den Kuchen wie in Bullerbü: Warm, mit frisch geschlagener Sahne und Preiselbeeren.
 

Zusatztipp: An einem trüben Sonntag bringt ein skandinavischer Kaffeeklatsch Farbe in den Herbst. Neben Mandeltorte und Beeren-Biskuit sind Zimtschnecken oder Waffeln mit Marmelade und saurer Sahne echte skandinavische Klassiker. Eine Deko mit einfachem, weißem Geschirr und natürlichen Farben wie taubenblau, beige und hellgrün bringt eine frische, nordische Brise an die gedeckte Tafel.

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